Historie

Lokal verwurzelt. International vernetzt.

Historie 1
Das erste Unternehmen der heutigen Dressler Group wurde 1978 gegründet. Seitdem hat sich DG zu einer Top-Adresse in der Branche entwickelt. Ihre Markenkernwerte bilden die „Dressler-DNA“: Qualität, Innovation, Flexibilität und Service. Diese Markenwerte gehen auf den Firmengründer Herbert Dressler und auf seinen ehemaligen Partner Johannes Godding zurück – zwei Techniker, Tüftler und Visionäre der alten Schule.

1978

Der erste Auftrag

Die Kaltmahlung von Baldrian mithilfe von Stickstoff – eine Pioniertat

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„Aller Laster Anfang“: Der Transport der Kundenchargen mit dem LKW. Von Anfang an stammen die Kunden aus Schlüsselbranchen, etwa Chemie, Pharmazie und Kosmetik.

Axel Dressler, Geschäftsführender Gesellschafter
»Ich erinnere mich an die Anfangszeit der Firma. Mein Vater kam meist sehr spät nach Hause – und immer voll mit weißem Pulver. Seine ganze Kleidung roch nach Arznei. Erst viel später erfuhr ich, dass es sich bei dem Pulver um gemahlene Baldrianwurzeln handelte. Der Geruch lockte die Katzen der Gegend auf das Firmengelände, erzählte mein Vater. Der Geruch muss sie wohl schier verrückt gemacht haben, und so versuchten sie ständig, das Firmengelände zu stürmen.«

1981

Umzug von St. Augustin nach Meckenheim. Verfünfachung der Mitarbeiteranzahl und Produktions- und Büroflächen.

1983

Phoenix aus der Asche

Brand und Wiederaufbau

Chronik, Historie, Brand
Feuer! Über 80 Prozent der Gebäude und rund die Hälfte der Maschinen fielen dem Brand 1983 zum Opfer.

István Bakos, Meister
»Ach, an diesen schwarzen Tag erinnere ich mich genau. Es war ein Samstag. Ich war nicht in der Schicht, als es passierte. Wer mich damals anrief, um den Brand zu melden, weiß ich gar nicht mehr. Natürlich bin ich sofort hin, um Herrn Dressler zu unterstützen. Die Feuerwehr hatte die Flammen bereits gelöscht. Alles war zerstört: fünf Maschinen und das Lager, alles unbrauchbar. Herr Dressler war draußen im Hof. Er hatte alle Mitarbeiter bereits nach Hause geschickt. Das war das erste und letzte Mal, dass ich ihn ratlos gesehen habe. Er war am Boden zerstört. „Was sollen wir denn jetzt machen?“, fragte er. Meine Antwort: „Ich hoffe, dass wir alles wieder aufbauen. Wir haben doch Kunden, die uns brauchen und uns helfen, wieder auf die Beine zu kommen.“ Wir haben dann – zusammen mit der Feuerwehr – letzte Glutnester gelöscht. Frau Dressler kam mit Brötchen vorbei. Und am nächsten Tag hatte Herr Dressler bereits eine Ausweichproduktion in Krefeld organisiert. Dort haben wir dann weitergemacht und sogar zeitweise übernachtet. Das war eine anstrengende, aber auch erfüllende Zeit. Nach fünf Wochen hatten wir selbst wieder einen provisorischen Betrieb mit zwei bis drei Mitarbeitern. Und nach vier Monaten lief alles wieder wie früher. Der Neuanfang war alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Nicht wegen des Investitionsrisikos, wir hatten ja einen guten Ruf und treue Kunden – nein, ausschlaggebend war die soziale Einstellung von Herrn Dressler, seine Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Er wollte uns weiter eine Zukunft bei Dressler bieten.« 

Historie 1
Anpacken statt resignieren. Der Pioniergeist von Geschäftsführung und Mitarbeitern ist beim Wiederaufbau der Firma genauso lebendig wie seinerzeit bei der Gründung. Da wirkt der Gabelstapler fast schon symbolhaft: hier im Räumeinsatz...
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...und hier beim Verladen von Kundenchargen. Das Geschäft muss weitergehen!

1985

Ganz oben angekommen – oder:

„Qualität setzt sich durch!“

Chronik, Historie, Lager, Produktion, Gabelstaplerfahrer

Johannes Godding
»Wir haben mit der Idee der Lohnmahlung eine Nische gefunden und gefüllt. Sicher war es richtig, dass wir selbst ausgefallene Kundenwünsche mit Nachdruck bearbeitet haben. Unser Ruf als Problemlöser und „Qualitätssicherer“ hat sich schnell in der Branche rumgesprochen. Außergewöhnlich war auch unser Umgang mit Reklamationen: Noch am selben Tag haben wir das Problem im Team besprochen und festgelegt, was an der Mühle, der Dosiereinrichtung, dem Filter oder den Siebanlagen geändert werden muss. Dass wir zu einer Branchengröße herangewachsen sind, habe ich erstmals nach Vertragsverhandlungen mit Vertretern eines der größten Kunststoffhersteller verstanden. Ihnen war bewusst, dass sie die gewünschte Qualität und Flexibilität in Bezug auf Sortenvielfalt, Verpackung und Just-in-time-Logistik selbst nur mit hohen Eigeninvestitionen und nach langer Einarbeitungsphase erreichen könnten und dass sie deshalb von unserer Dienstleistung profitieren würden. Daher verließen wir den Verhandlungsraum im fünften Stock mit einem Zweijahresvertrag, der fast alle unsere Anlagen auslastete und uns in die Verlegenheit brachte, intensiv über Effizienzsteigerungen nachzudenken, damit wir unsere Bestandskunden weiter optimal bedienen konnten.«  

1986

Der Maschinenpark wächst

Das Unternehmen macht sich einen Namen

Historie, Produktionshalle
Der Kunde ist König - auch nach dem Mahlen. Konfektionierung der Ware und just-in-time-Lieferung nach Kundenwünschen

Thomas Wiegand, Head of Production Controlling:
Ich war mit Herrn Dressler anfangs für MPS (Anmerkung der Redaktion: Micro Powder System GmbH), insbesondere für die Strahlmahlung, auf vielen Tagungen und Messen.

So haben wir uns in der Kunststoffszene einen Namen gemacht. Daher wurden wir regelmäßig gebeten, Vorträge über die Optimierung von Pulversystemen und Mahlprozessen zu halten. Es dauerte nicht lange, da wuchs unser Kundenstamm sprunghaft an.

Mit den zunehmenden Aufträgen musste auch unser Maschinenpark dringend erweitert werden. Kein Problem: Herr Dressler verschlang dann förmlich die entsprechenden Fachbücher und brütete über sinnvollen Maschinenkomponenten und dem benötigten Produktionsmaterial, um sie dann allesamt – auf den jeweiligen Auftrag hin – zu modifizieren.

Er war nicht nur ein Tüftler, sondern als Ingenieur ein hervorragender Techniker mit profundem Know-how. Meine Aufgabe war es, die neuen Kapazitäten effizient und reibungslos einzuplanen. Rechner gab es nicht. Lineal und Bleistift waren meine Arbeitsmittel. Die Auftragsdetails wurden auf Magnettafeln notiert. Zudem war es nötig, die neuen Mitarbeiter auf die anspruchsvolle Produktionstätigkeit vorzubereiten. Die Beschreibung der Organisationsabläufe, Erstellung von Schulungshandbüchern für die Bereiche Sicherheit, Qualität und Wirtschaftlichkeit waren damals meine Hauptaufgabe. Während meiner ganzen Tätigkeit erinnere ich mich an nur zwei Unfälle: einen Herzinfarkt und eine schwere Schnittverletzung. Das ist natürlich bedauerlich, aber angesichts der langen Historie ein sehr gutes Zeugnis für unsere Arbeitssicherheit. Damit das so bleibt, halten wir rund 150 Sicherheitsschulungen pro Jahr für unsere Mitarbeiter ab.«

Historie, Verwaltungsgebäude
Das Verwaltungsgebäude im Jahr 1990
Historie, Herbert Dressler
Herbert Dressler

1993

Reine Berechnung:

Computergestützte Prozessabbildungen

Jan Dressler, Geschäftsführender Gesellschafter:
»Mein Vater hat mich 1993 – noch vor meinem Studium – mit diversen Aufträgen betraut. Seine Vision: die EDV-gestützte Dokumentation seiner komplexen Verfahrens- und Verwaltungsprozesse. Insgesamt entstanden bislang ca. 15 computergestützte Programme: angefangen von der Labor- und Maschinenverwaltung, von Qualitäts- und Berechtigungsprogrammen bis hin zu Zollprogrammen. Damit kenne ich die Abläufe im Unternehmen wie kaum ein anderer im Detail. Trotz meines eigenen IT-Unternehmens war ich daher von 1993 bis 2012 jede Woche mindestens einmal im Betrieb.«

Dr. Baumgärtner

"Früher und heute schätze ich den vertrauensvollen Umgang miteinander."

Dr. Wolfram Baumgärtner über Herbert Dressler und seine Söhne

1999

Patente Kerle – oder:

Die Erfindung der Cryosprühung

Thomas Wiegand, Head of Production Controlling:
»Herbert Dressler hatte immer die Nase vorn, wenn es darum ging, Neuerungen für den Markt zu entwickeln. Das Sprühen von Polyethylenglycol aus der Schmelze war bis dahin ein aufwendiges und anfälliges Verfahren. Seine Idee: die Einbringung von Stickstoff und das Sprühen in einem möglichst kleinen Reaktionsraum. Mir kam die Idee, eine elektromagnetische Farbsprühpistole versuchsweise zu verwenden. Damit haben wir uns einmal mehr echter Pionierarbeit verschrieben. Ich schmolz das PEG auf, füllte die Sprühpistole und legte Pappe aus, um das gewünschte Endergebnis – ein feines Pulver – zu sammeln. Herr Dressler schaute gespannt zu, als ich sprühte. Das Material vernebelte sich fein. Aber die Pappe blieb auf den ersten Blick leer, auch als sich die erste Nebelschicht legte. Er sagte nur: „Na, das hat ja nicht geklappt.“ Aber als ich die Pappe faltete, rieselte uns ein feines weißes, kugelförmiges Pulver entgegen. Heute ist die sogenannte Cryosprühung der Schwerpunkt der Linus GmbH. Und ein Verfahren, auf das wir ein Patent halten.«

2004

Der Sprung über den „Großen Teich“:

Die erste Zertifizierung für den amerikanischen Markt

Dr. Günther Krupp, Quality Manager:
»Es gab nur ein einziges Mal eine spontane Feier im Betrieb. Soviel ist sicher: Herr Dressler schätzte Alkohol am Arbeitsplatz gar nicht. Doch nach vier Monaten harter und konzentrierter Vorbereitung und drei Tagen Betriebsprüfungen, Testfragen und Qualifizierungsinterviews musste es einfach gefeiert werden, dass wir als einer der ersten Betriebe die FDA-Zertifizierung bestanden hatten. Herr Dressler stellte eine Flasche Sekt auf den Besprechungstisch und man konnte sehen, dass auch für ihn, den sonst so kontrollierten Steuermann, eine große Last abfiel.«

Bild Historie, Axel Dressler als Kind mit Mutter auf Flugplatz
Herbert Dressler hat nicht nur den Unternehmergeist an Axel Dressler (links) vererbt, sonder auch seine Leidenschaft für das Fliegen. Das passt: in beiden Fällen entscheiden sorgfältige Planung, Kalkulation und Risikoeinschätzung über den Erfolg.

2006

Dressler sen. Down Under:

Die Australienaufenthalte – und die stärkere Einbindung der Geschäftsführer

Dr. Wolfram Baumgärtner, Geschäftsführer:
»Als Herbert Dressler 2006 das erste Mal für acht Wochen nach Australien flog, übertrug er mir die Stellvertretung. Ich bin mir sicher, dass er bei seinen ausgedehnten Flugrunden über dem australischen Outback oft grübelte, ob die Firma seine Abwesenheit verkraften würde. Ich hatte mich in seinen Augen bereits im Kundenkontakt und in der technischen Beratung bewährt. Doch Entscheidungen waren eigentlich nach wie vor Chefsache. Eigentlich. Denn bei der Länge seines Aufenthaltes blieb es nicht aus, dass Dinge nicht warten konnten. Nach seiner Rückkehr hat er sich gewundert, warum es aus meinem Bereich so wenige Rückfragen gab. Über mögliche Kompetenzüberschreitungen haben wir nie gesprochen. Warum auch? Der Betrieb funktionierte reibungslos und nach besten unternehmerischen Grundsätzen. In den Jahren darauf buchte er dann wie selbstverständlich lange Urlaube. Ich habe unseren offenen und vertrauensvollen Umgang immer sehr geschätzt.«

2013

Der Generationswechsel:

Firmenübergang an die Söhne

Einweihung Jan Dressler, Richtfest
Die Produktionskapazität der Linus GmbH werden verdreifacht. Das Richtfest für das neue Gebäude wurde 2013 gefeiert (li. Jan Dressler)

Axel und Jan Dressler, Geschäftsführende Gesellschafter:
»Wir bewahren die Traditionen, stehen aber auch für Anpassungen. Die Disziplin, die Effizienz und das Verantwortungsbewusstsein unseres Vaters bleiben uns ein Vorbild. Zusätzlich schaffen wir neue Strukturen, um unseren Mitarbeitern mehr Verantwortung zu übertragen. Um sicherzustellen, dass der ursprüngliche Innovationsgeist unseres Vaters erhalten bleibt, verstehen wir uns in diesem Veränderungsprozess als Moderatoren und Sparringspartner. Aus unserer Tradition ziehen wir enorm viel Kraft für die Zukunft. Und irgendwann wird daraus wieder Tradition.«

Dr. Wolfram Baumgärtner, Geschäftsführer:
»Wir firmieren künftig unter einer neuen Dachmarke und vergrößern unser Firmengelände auf das Doppelte. Und doch nennen wir es „moderat wachsen“. Denn dank des beständigen Zuspruchs unserer Kunden werden wir die Flexibilität weiter erhöhen und künftig noch mehr technische Prozesse einführen. Qualität und Sicherheit stehen aber nach wie vor im Vordergrund. Neu ist, dass wir unseren Forschungs- und Entwicklungsbereich deutlich ausbauen. Mithilfe unseres Zusatzangebots an Kleinmengenmahlungen können wir bereits in einem sehr frühen Stadium auf Kundenseite effizient in die Problemlösung eingebunden werden.«

Dittmar Otten, Head of Research + Development:
»Durch die neue Werksplanung investieren wir in zusätzliche funktionierende Strukturen, konkret in neue, effiziente Anlagen und neue, motivierte Teams. Damit bekommen unsere Kunden leistungsfähige Prozesskombinationen, die sie sonst nirgends bekommen. Also bleiben wir im Kern, wie wir sind: Wir denken ständig darüber nach, wie wir Produkte und Prozesse immer weiter verbessern können.«

Thomas Wiegand, Head of Production Controlling:
»Viele Mitarbeiter sind schon länger als zehn Jahre hier. Die Leistungsfähigkeit ist so hoch, die können Sie nicht einfach kopieren. Das gilt gleichermaßen für die gebündelte Kompetenz der Dressler Group: Die einzelnen Fähigkeiten finden Sie vielleicht auch woanders. Aber nicht die Kombination daraus, alles aus einer Hand. Und vor allem, alles selbst erarbeitet. Das macht uns einzigartig.«

2014

  • Verdopplung des Betriebsgeländes (Logistik und F&E).
     
  • Zertifizierte Lebensmittelsicherheit nach FSSC 22000.
logistik lager mood
f&e mood technikum

2015

  • Festschreibung des Selbstbilds mit den Markenkernwerten Qualität, Innovation, Flexibilität und Service.
     
  • Gründung der Herbert-Dressler-Stiftung
     
  • Immer schon überdurchschnittliche Materialeffizienz wird erstmals dokumentiert: 97 Prozent.
mood innovation lab

2018

  • 40 Jahre Dressler Group wird gefeiert: 350 Gäste (aktive und ehemalige Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Partner).
     
  • Entwicklung „ Verrundung“: Runder ist das neue Feiner. Nutzen: niedrigere Kosten, bessere Fließeigenschaften.
     
  • DG wird Preferred Partner von HP Inc. und stellt Druckfähigkeit der HP-Pulver für die SLS-Drucker sicher.

2019

  • „Grinding on demand“: exklusive Anlagenerstellung und Betrieb nach Kundenwunsch – optional bei Kunden vor Ort.
     
  • Neue Wärmerückgewinnungsanlagen für optimierten Energiekreislauf in Planung.
DG Render Betriebsgelaende Meckenheim / DG Innovation Campus

2020

Baubeginn Innovation Campus: Innovation Lab und Technikum künftig unter einem Dach; Bündelung und Erweiterung von F&E; neue Partnerschaften und Kooperationen mit Hochschulen und Kunden.